Ein alter Fuchs, ein Admiral mit Aktentasche und ein Medienmacher: die Kanzler waren beliebte Ziele von Karikaturisten. Der alte Fuchs ist Konrad Adenauer, als Admiral und Lotse ist Helmut Schmidt berühmt und den Medienkanzler gab Gerhard Schröder.

Politische Karikaturen bilden häufig individuelle Merkmale eines Politikers in hervorgehobener Art ab. Damit ist die Person wiedererkennbar und sie kann bei der Darstellung eines politischen Ereignisses verwendet werden. Ein Beispiel dafür ist die Zigarre von Ludwig Erhard, dessen Portraitskizze die Front der Wahlkampflokomotive des CDU-Wahlkampfes von 1957 zierte. Durch die Karikatur werden nicht nur das Ansehen des Abgebildeten im Spiegel seiner Zeitgenossen, sondern auch das allgemeine politische Klima deutlich.

Das Haus der Geschichte in Bonn zeigt ab dem 25. Spetember 2019 aus ihrer umfangreichen Sammlung in der Ausstellung „Zugespitzt – Kanzler in der Karikatur“ Karikaturen der sieben Kanzler der BRD. Hand aufs Herz: können Sie alle sieben aufzählen? Mit Vorname und Regierungszeit?

Eröffnet wurde die Ausstellung mit einem Gespräch mit dem Karikaturisten Heiko Sakurai, der Fragen über seine Arbeit, die Stellung der politischen Karikatur in den Medien, seine Meinung zu politischen und ethischen Grenzen satirischer Karikaturen beantwortete und dem Publikum eine Probe seines Könnens gab.

Die Ausstellung ist vom 25. September 2019 bis zum 10. Mai 2020 geöffnet.